Spoiler Warnung

In diesem Review werden eventuelle Spoiler für die vierte Folge von Game of Thrones Staffel 8 zu lesen sein. Wenn du also in die neue Staffel völlig ohne Spoiler einsteigen möchtest, empfehle ich dir, dir zuerst die vierte Folge von Staffel 8 anzusehen.

Es sollte inzwischen jedem klar sein, dass es in der letzten Staffel von Game of Thrones um den Abschluss geht. Um Dutzenden von Geschichten ein Ende zu setzen, die zusammen in diesen letzten Folgen einen Höhepunkt erreichen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass nicht jeder Charakter das Ende dessen bekommt, was er verdient.

Nachdem ich die vierte Episode „The Last of the Starks“ gesehen habe, frage ich mich aufrichtig, ob wir als Zuschauer ein Ende bekommen werden, das wir verdienen.

„The Last of the Starks“ beginnt wie die letzten Folgen stark.

Nach dem großen Kampf verabschieden wir uns von den verstorbenen Charakteren auf eine schöne Weise dargestellt wird. Es folgt eine Feier und auch in dieser Folge ist Emilia Clark als Daenerys Targaryen wieder ein Highlight. Nicht nur ihre Augenbrauen, sondern die vollständige Leistung von Clark bringt die Serie auf ein höheres Niveau.

Während die schauspielerische Leistung fast aller Charaktere ein beispielloses Niveau hat, lässt das Drehbuch für die 8. Staffel viel zu wünschen übrig. Wo die Serie für Twists, gnadenlose Kills und hochrangige politische Spiele bekannt war, wird fast alles in der letzten Staffel über Bord geworfen. Man arbeitet mit Hochdruck daran, die Staffel zu beenden. Es gibt keine überraschenden Todesfälle mehr und die Handlung scheint doch sehr vorhersehbar zu sein. Vielleicht sehen wir die Staffel danach als Ganzes und sagen, dass sie phänomenal war, aber abgesehen von einander sind die Folgen ziemlich enttäuschend gewesen.

Folge 4 hat daher auch einige Probleme mit dem Tempo. Auf einer Seite wird sich Zeit genommen, um den Toten zu gedenken und den Sieg über den Nachtkönig zu feiern, aber auf der anderen Seite wird mit einer unglaublichen Geschwindigkeit der nächste Kampf vorbereitet. Wo in der vergangenen Staffel verschiedene Schwerpunkte gesetzt wurden, werden jetzt schnell Entscheidungen getroffen, und darunter leiden wir als Zuschauer.

Natürlich hat Game of Thrones immer noch eine fantastischste Kulisse und sowohl die verschiedenen Flotten als auch die Drachen sehen sehr gut aus, aber dass sind wir auch von Game of Thrones gewohnt. Es ist normal geworden. Genauso wie es normal geworden ist, dass wir eine hohe Erwartung an die Serie haben. Tolle Gespräche zwischen Varys und Tyrion zeigen, dass es immer noch einen Lichtblick gibt, aber diese Momente sind seltener denn je.

Gespräche dauern nicht länger als 15 Minuten, sondern werden gedrängt, diese schnell abzuschließen.

Das sehen und merken wir auch mit Bronn, die eine ausgezeichnete Szene zwischen Jaime, Tyrion und Bronn selbst ist, aber auch hier wirkt es schnell und eilig. Plötzlich ist Bronn im Raum und es gibt ein Gespräch. Es ist schön zu sehen, dass Bronn sich kaum verändert hat, aber was mich betrifft, hätte diese Szene länger dauern können. Leider muss ich langsam feststellen, dass sich die letzte Staffel von Game of Thrones in einen Fan Service Deluxe verwandelt.

Diese Folge hat aber nicht nur eine negative Seite.

Ein Gespräch zwischen Tyrion und Cersei in dem es über Leben und Tod geht, ist nach meiner Meinung viel interessanter als ein Kampf über Leben und Tod. Vor allem mit den Charakteren, mit denen die Macher recht gut arbeiten können.

Fazit

Game of Thrones Staffel 8 Folge 4 „The Last of the Starks“ zeigt uns, dass es noch Raum für politische Spiele gibt, in denen alle Charaktere zeigen können, dass sie auf einem beispiellosen hohen Niveau sind. Umso bedauerlicher ist es, dass die ganze Staffel mit einer schlecht geschriebenen Geschichte verbunden zu sein scheint.