Für Huawei sieht es derzeit nicht gut aus, nach Google und Microsoft beendet nun auch der Chip-Designer ARM die Zusammenarbeit mit Huawei und bedroht damit die Fähigkeit des chinesischen Unternehmens, eigene Chips herzustellen.

Laut BBC News, wurden die ARM-Mitarbeiter angewiesen, „alle aktiven Verträge, Unterstützungsansprüche und alle offenen Verträge“ mit Huawei aufgrund des US-Handelsverbots einzustellen. Was aber komisch ist, zwar hat die USA allen US-Unternehmen verboten, ohne Genehmigung der amerikanischen Regierung Geschäfte mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen zu tätigen, aber ARM hat seinen Sitz in Großbritannien und gehört zum japanischen SoftBank-Konzern, somit entfällt eigentlich bei dem Chip-Designer dieses Verbot.

ARM ist aber besorgt, dass man trotzdem vom US-Verbot betroffen sein könnte, da der Chip-Designer einige Prozessordesigns in Austin, Texas und San Jose in Kalifornien entwickelt und so könnte ARM doch noch unter die US-Beschränkungen fallen.

Huawei setzt auf ARM für Chip-Architekturdesigns für seine eigenen Kirin-Prozessoren aber ohne die Lizenzen wird Huawei nicht mehr in der Lage sein, seine eigenen Prozessoren mit ARM-Designs herzustellen.

ARM erfüllt alle neuesten Vorschriften der US-Regierung.

so ein Sprecher von ARM in einer Erklärung gegenüber den Kollegen von The Verge. Das Unternehmen kommentiert seine Entscheidung nicht weiter.

Wir schätzen unsere engen Beziehungen zu unseren Partnern, erkennen aber den Druck, unter dem einige von ihnen aufgrund politisch motivierter Entscheidungen stehen. Wir sind zuversichtlich, dass diese bedauerliche Situation gelöst werden kann, und unsere Priorität bleibt es, unseren Kunden auf der ganzen Welt weiterhin erstklassige Technologien und Produkte zu liefern.

so ein Huawei-Sprecher in einer Erklärung gegenüber The Verge.

Es ist nicht klar, ob ARM nur vorsichtig auf die Anordnung des US-Handelsministeriums reagiert, oder ob dem Chip-Designer geraten wurde, das Geschäft mit Huawei direkt einzustellen. Wenn es letzteres ist, dann könnte die Entscheidung von ARM auch andere Halbleiterunternehmen, die auch Huawei beliefern zu dieser Entscheidung bewegen.

Huawei hat Berichten zufolge genügend US-Teile gelagert, um drei Monate oder bis zu einem Jahr zu überleben, so dass man vielleicht genug für den weiteren Betrieb hat. Dieser Vorrat wird irgendwann in der Zukunft erschöpft sein, insbesondere bei Teilen, die in den Versorgungsleitungen stark eingeschränkt sind. Huawei ist derzeit auf US-Hersteller wie Micron, Skyworks und Qorvo angewiesen, die Speicher- und Netzwerkkomponenten für einige der Handys von Huawei liefern.

Auch ohne Zugang zu diesen Schlüsselkomponenten steht Huawei vor einer Herausforderung, aber ohne die Architekturdesigns oder Befehlssätze von ARM steht es vor einer fast unmöglichen Aufgabe, ein Smartphone ohne US-Technologie herzustellen.